
Die neue Woche startet extrem dynamisch – aber die eigentliche Vorarbeit lief bereits vorher. Märkte, die deutlich außerhalb ihrer statistischen Bandbreiten laufen, neigen irgendwann zur Korrektur, egal wie „gut“ sich die Story zunächst anfühlt. Aus meiner Perspektive war der entscheidende Punkt in den letzten zwei Wochen genau diese Überdehnung: Der Russell (nahe Vollabdeckung des US-Marktes), aber auch Regionen wie Asien/Europa, wirkten zunehmend „zu teuer“, sodass eine Korrektur eher eine Frage des Timings als des Ob war. Ein geopolitischer Einschlag wie Iran/USA ist dann häufig nicht die Ursache, sondern der Trigger, der eine ohnehin fragile Lage beschleunigt. Wichtig bleibt: Korrekturen kommen selten aus dem Nichts – sie kommen, wenn die Struktur reif ist.

Wenn Kurse extrem hoch stehen, reicht oft ein einzelner Impuls, um Risiko neu zu bepreisen. Entscheidend ist dabei weniger das Ereignis selbst, sondern die Marktmechanik dahinter: In überhitzten Phasen ist das Orderbuch dünner, die Positionierung einseitiger, und das Risiko einer schnellen Liquidationsbewegung steigt. Meiner Meinung nach ist genau das der Grund, warum solche Phasen auch politisch „dankbar“ sind – nicht weil jemand den Markt steuert, sondern weil der relative Schaden bei hohen Kursen anders verteilt wird und ein Repricing schneller akzeptiert wird. Die größere Korrektur ist damit nicht „abgearbeitet“, aber sie hat begonnen – und genau deshalb rückt jetzt die Frage nach Akzeptanz- und Haltezonen in den Vordergrund.

Für den DAX ordne ich die Lage über den letzten großen Impuls ein: Ausgangspunkt ist der Rallye-Start vom 19.11.2025, von dort lief der Markt in einem sehr dynamischen Schub nach oben. Auf diesen Impuls lege ich ein Volumenprofil, um zu sehen, wo institutionell relevant gehandelt wurde – also Bereiche, in denen Preis nicht nur „durchlief“, sondern Akzeptanz entstanden ist. Diese Logik hat sich bereits in früheren Rücksetzern bewährt: Reaktionen kamen nicht zufällig, sondern an klaren Volume Nodes und am POC (Point of Control). Genau dort liegt auch jetzt die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Markt kurzfristig zumindest versucht, Stabilität zu finden – als Reaktion, nicht als Garantie.
Für den kurzfristigen Verlauf fokussiere ich drei, optional vier Unterstützungsbereiche. Erstens die High Volume Node um ~24.500 Punkte (rund), kombiniert mit einem volumengewichteten Durchschnitt (VWAP/Anchor), geankert auf den Rallye-Start 19.11.25 – für mich eine zentrale Referenz, weil dort Positionierung typischerweise neu sortiert wird. Zweitens die nächste High Volume Node um ~24.300 Punkte. Drittens ein enges Cluster aus Value Area Low (Dezember) und Value Area High (November) – ein Bereich, der häufig als Übergangszone zwischen „faire Preisfindung“ und „weiterer Abverkauf“ fungiert. Optional als vierte Marke kommt die Value Area Low des Vorquartals hinzu, falls der Markt tiefer in die Struktur greifen sollte. Entscheidend ist weniger die exakte Linie, sondern das Zusammenspiel dieser Zonen als Cluster.
Der wichtigste Fehler in solchen Phasen ist nicht die falsche Zone, sondern das falsche Timing. Ich greife nicht in ein kaltes Messer – selbst wenn Levels historisch sauber funktioniert haben. Was ich sehen will, ist Price Action mit klarer Reaktion: Absorption, ein Abflachen der Abgabedynamik, und idealerweise Trapped Sellers als Zeichen, dass nach unten „abgeräumt“ wurde und der Markt beginnt, diese Preise abzulehnen. Erst dann entsteht ein belastbares Intraday-Setup: Rückeroberung der Zone, ein Strukturwechsel im Kleinen, und ein sichtbarer Übergang von Distribution zu Stabilisierung. Die Marken liefern den Rahmen – der Trade entsteht erst durch Bestätigung.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Dennis Gürtler.
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