
Die Edelmetalle haben in den vergangenen Monaten eine ausgeprägte Korrektur durchlaufen. Besonders bei Silber hatte ich bereits Anfang März auf das erhebliche Rückschlagrisiko hingewiesen. Damals handelte das Edelmetall im Bereich um 81 USD und war nach einer außergewöhnlich dynamischen Aufwärtsbewegung technisch deutlich überdehnt. Als erste Korrekturziele standen 59 USD und anschließend 49 USD im Fokus. Inzwischen hat der Markt diese Bewegung weitgehend vollzogen. Auch Gold hat die erwartete Korrektur fortgesetzt und nähert sich wichtigen Unterstützungsbereichen. Damit verändert sich die Ausgangslage grundlegend: Was zuvor aufgrund der starken Überdehnung wenig attraktiv erschien, wird nach den erheblichen Preisrückgängen aus mittel- und langfristiger Perspektive wieder interessant.

Vorherige Analyse: https://pepperstone.com/de-de/analysen/silber-update-2026-drei-unterstuetzungszonen-die-ueber-den-naechsten-trade-entscheiden/
Besonders deutlich zeigt sich diese Veränderung bei Silber. Nach einem Rückgang von rund 60 % vom Hoch bis zum Tief hat der Markt inzwischen den Bereich um 49 USD erreicht. Dort verläuft auch der langfristige Vierjahresdurchschnitt, der eine wichtige Orientierung für die aktuelle Preisverortung liefert. Genau diese Konstellation unterscheidet sich erheblich von der Situation bei Kursen um 80 USD. Damals war Silber weit über seine längerfristige Trendstruktur hinausgelaufen. Heute befindet sich das Edelmetall wieder in einem Preisbereich, der aus strategischer Sicht deutlich attraktiver erscheint. Aus meiner Perspektive ist damit ein wesentlicher Teil der vorherigen Überdehnung abgebaut. Das bedeutet nicht, dass Silber bereits einen endgültigen Boden ausgebildet hat. Allerdings haben sich die Voraussetzungen für mögliche Long-Positionen deutlich verbessert.

Nach der ausgeprägten Korrektur rückt bei Silber besonders die Unterstützungsregion zwischen 44 und 50 USD in den Mittelpunkt. Dieser Bereich umfasst den bereits erreichten Vierjahresdurchschnitt und weitere potenzielle Reaktionszonen auf der Unterseite. Sollte der Markt noch einmal tiefer handeln, wären auch Kurse um 43 bis 42 USD technisch nicht ausgeschlossen. Solche Bewegungen würden die grundsätzlich attraktivere Verortung jedoch nicht automatisch infrage stellen. Gerade bei einer mittel- bis langfristigen Betrachtung halte ich es für wenig sinnvoll, eine potenzielle Umkehr auf wenige Dollar genau bestimmen zu wollen. Entscheidend ist vielmehr, dass Silber inzwischen wieder in einer Region handelt, in der sich das Verhältnis zwischen möglichem Aufwärtspotenzial und verbleibendem Korrekturrisiko deutlich verbessert hat. Die vorbereitete Zone ist damit interessant, ein bestätigter Einstieg entsteht jedoch erst durch die tatsächliche Marktreaktion.
Mit dem Erreichen der langfristigen Unterstützungsbereiche verändert sich auch meine grundsätzliche Einschätzung. Während ich Silber bei Kursen um 81 USD aufgrund der massiven Überdehnung klar korrekturgefährdet gesehen habe, richtet sich mein Fokus inzwischen wieder auf mögliche Aufwärtsbewegungen. Der Wechsel von einer eher bärischen zu einer zunehmend bullischen Perspektive ergibt sich aus der deutlich verbesserten Kursverortung. Nach einem außergewöhnlich starken Abverkauf muss der Markt nicht zwangsläufig sofort wieder steigen. Dennoch entstehen gerade in solchen Phasen häufig die interessanteren Ausgangslagen für eine spätere Trendfortsetzung. Entscheidend bleibt, dass sich der Verkaufsdruck stabilisiert und anschließend wieder eine nachvollziehbare Käuferstruktur entwickelt. Eine mögliche untergeordnete Bodenbildung oder die Rückeroberung wichtiger kurzfristiger Preisbereiche könnten dafür erste Hinweise liefern.


Vorherige Analyse: https://pepperstone.com/de-de/analysen/gold-edelmetall-unter-druck-was-der-ruecklauf-ueber-den-gro-en-trend-verraet/
Auch bei Gold hat sich die erwartete Korrektur inzwischen deutlich entfaltet. Bereits zuvor hatte ich Rückläufe in Richtung 3.800 USD und möglicherweise 3.600 USD als relevante Szenarien beschrieben. Mittlerweile nähert sich der Markt diesen Regionen, wodurch auch hier die technische Verortung zunehmend interessanter wird. Eine wichtige Unterstützungsmarke liegt bei rund 3.788 USD. Darunter bleibt die Region um 3.600 USD relevant. Insgesamt lassen sich auf der Unterseite mehrere technische Reaktionsbereiche identifizieren, an denen Gold wieder verstärkt Käuferinteresse entwickeln könnte. Ob der Markt diese Zonen vollständig ausschöpft oder bereits vorher einen neuen Aufwärtsimpuls startet, bleibt offen. Aus meiner Sicht ist jedoch entscheidend, dass Gold nach der vorherigen Überdehnung inzwischen wesentlich näher an attraktiven Unterstützungsbereichen handelt.
Bei beiden Edelmetallen sollte zwischen einer verbesserten strategischen Verortung und einem bereits bestätigten Trendwechsel unterschieden werden. Silber könnte innerhalb seiner Unterstützungsregion noch einmal Kurse um 44 USD oder sogar 42 USD erreichen. Bei Gold besteht ebenfalls weiteres Korrekturpotenzial in Richtung der tieferen Referenzbereiche. Gleichzeitig ist es möglich, dass beide Märkte bereits von ihren aktuellen Niveaus aus wieder anziehen. Genau deshalb halte ich wenig davon, einen bestimmten Tiefpunkt verbindlich prognostizieren zu wollen. Für längerfristige Überlegungen können gestaffelte Positionierungen eine Möglichkeit sein, unterschiedliche Kursniveaus zu berücksichtigen. Im kurzfristigen Trading bleibt dagegen die untergeordnete Bestätigung entscheidend. Eine vorbereitete Unterstützung ist zunächst nur ein möglicher Reaktionsbereich. Erst die tatsächliche Stabilisierung macht daraus eine handelbare Situation.
Die technische Ausgangslage bei Gold und Silber hat sich nach den erheblichen Kursverlusten spürbar verbessert. Besonders Silber ist mit dem Rücklauf an den Vierjahresdurchschnitt bei rund 49 USD wieder in eine Region vorgedrungen, die aus mittel- und langfristiger Perspektive interessant erscheint. Der Bereich zwischen 44 und 50 USD bleibt dabei eine zentrale Referenz, während Gold insbesondere bei 3.788 USD und 3.600 USD relevante Unterstützungen besitzt. Weitere Rückgänge sind nicht ausgeschlossen, doch das Verhältnis zwischen übergeordnetem Trend und aktueller Kursverortung fällt inzwischen deutlich günstiger aus als während der vorherigen Rallye. Für mich bedeutet das einen Wechsel der strategischen Perspektive: Nach der berechtigten Vorsicht auf den Hochpunkten rücken nun wieder mögliche Long-Szenarien in den Mittelpunkt. Entscheidend bleibt, diese Chancen nicht blind vorwegzunehmen, sondern die Marktreaktion an den vorbereiteten Zonen sorgfältig zu beobachten.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Dennis Gürtler.
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