Tamas Szabo über den Wettbewerbsgeist von Pepperstone und die transformative Kraft einer F1-Partnerschaft
Für Pepperstone ist die Partnerschaft mit dem Aston Martin Aramco Formula One™-Team weit mehr als ein Sponsoring. Sie spiegelt vieles von dem wider, was Pepperstone als Unternehmen ausmacht – Wettbewerbsgeist, schnelle Entscheidungen und den Anspruch, jeden Tag zu wachsen und besser zu werden.

In Märkten, die von Daten, Ausführung und ständigem Wandel geprägt sind, sieht Pepperstone viele Parallelen zwischen Trading und der Formula One™. Im Gespräch erklärt Tamas Szabo, CEO der Unternehmensgruppe, wie die Partnerschaft mit Aston Martin Aramco, Pepperstone intern gestärkt, die Marke weltweit weiter etabliert und den Ehrgeiz bekräftigt hat, an der Spitze mitzuspielen.
Unternehmensentwicklung in einem wettbewerbsintensiven Umfeld
„Seit meinem Studienabschluss bin ich im Trading tätig. Diese Branche hatte mich schon immer wegen ihres dynamischen Umfelds angezogen, das nebenbei genau zu meinem Temperament passt! Ich mag es nicht, herumzusitzen und Däumchen zu drehen. Ehrgeizig war ich schon immer und das ist auch eine äußerst wettbewerbsintensive Branche. 2017 kam ich als CEO zu Pepperstone, und kurz darauf bot sich mir die Gelegenheit, das Unternehmen zu übernehmen. Eine einzigartige Chance und einer dieser Momente, die man wirklich nur einmal im Leben erlebt. Meine Arbeit macht mir wirklich Spaß, und ich bin sehr stolz darauf, was wir aufbauen.
Aus meiner jahrzehntelangen Erfahrung in dieser Branche habe ich Eines gelernt: Es erfordert neuartiges Denken, um ein Unternehmen in einem so wettbewerbsintensiven Umfeld aufzubauen. Man kann nicht einfach der Konkurrenz hinterherlaufen, sondern muss die Dinge anders angehen. Manchmal ist man erfolgreich, indem man das komplette Gegenteil tut. Das hat mir schon immer gefallen.
Wenn Menschen zu uns kommen, brauchen sie manchmal eine Weile, um wirklich zu verstehen, wer wir sind – und ebenso, wer wir nicht sind. Wir sind ein Unternehmen, das keine Scheu hat, neue Ideen auszuprobieren und unkonventionellen Denkweisen Raum zu geben. Das hilft uns zu definieren, was wir tun. Oft funktioniert das gut, aber wenn es mal daneben geht, na ja... Fehler sind halt auch Teil des Lernprozesses beim Aufbau eines Unternehmens. Wenn Menschen nie Fehler machen, strengen sie sich meiner Meinung nach nicht genug an. Das Wichtigste ist, aus Fehlern zu lernen, sich erfolgreich neu auszurichten und etwas anderes zu machen.
In unserer Branche ändern sich die Spielregeln ständig. Deswegen bin ich langfristigen Geschäftsplänen gegenüber sehr skeptisch. Ich habe gern eine klare Richtung vor Augen – so etwas wie einen Nordstern, der uns zeigt, wohin wir gehen. Gleichzeitig ist mir wichtig, flexibel zu bleiben und auch mal vom Kurs abzuweichen, wenn sich unterwegs etwas Neues ergibt. Künstliche Intelligenz beispielsweise stellt unsere Branche gerade komplett auf den Kopf. Noch vor ein paar Jahren hätte das niemand in seine langfristigen Pläne einbezogen."

KI, TradFi & DeFi
„Die Finanzwelt steht an einem Wendepunkt – und KI ist der Weg nach vorn. Sie wird die Arbeitsweise von Unternehmen grundlegend verändern, und ich vermute, dass dieser Umbruch noch tiefgreifender ausfallen wird, als es heute viele erwarten.
Ich bin überzeugt, dass wir uns auf eine Welt zubewegen, in der KI zuerst gestaltet und produziert. Mit der Zeit wird KI den Menschen nicht mehr nur unterstützen. Sie wird Aufgaben eigenständig übernehmen, während der Mensch am Ende nur den Feinschliff verleiht. Wir richten uns bewusst auf diese Art von Arbeitsweise aus, und dabei spielt vor allem eine Rolle, wo und wie Daten gespeichert werden.
Das wird Unternehmen spürbar voranbringen. Wenn man das richtig angeht, kann die Produktivität enorm steigen – vieles wird sich deutlich schneller umsetzen lassen als bisher. Gleichzeitig steigt aber auch der Wert menschlicher Kreativität. Die entscheidenden letzten 20 % bleiben beim Menschen.
Das verändert die Wettbewerbslandschaft nachhaltig. Derzeit haben viele Unternehmen noch eine Art Burggraben um sich herum, der aufgebaut ist aus Dingen, die sie besonders machen und von anderen unterscheiden. Vieles davon wird sich durch KI nicht verändern, wie etwa Markenstärke, Kundenservice oder die Fähigkeit, die besten Talente zu gewinnen. Es wird Unternehmen jedoch schwer fallen, sich allein über KI einen langfristigen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Sie werden ihre Prioritäten neu definieren müssen. Bestimmte Elemente dieses Burggrabens werden sich verändern – allen voran die Technologie, da sie sich am einfachsten und in großem Maßstab kopieren lässt.
Wenn KI ein Katalysator für Veränderung ist, dann ist Krypto die zweite große Kraft, die wir in unserer Branche sehr genau beobachten. Es stellt die Grundlagen der Finanzwelt, wie sie über Generationen hinweg funktioniert hat, weiterhin infrage. Gleichzeitig erleben wir eine zunehmende Konvergenz zwischen der Kryptowelt und dem klassischen Finanzsystem – also zwischen TradFi [traditionelle Finanzwelt] und DeFi [dezentrale Finanzwelt]. Auch die Erwartungen der Kunden verändern sich. Sie wollen rund um die Uhr handeln, sie erwarten Produkte, die einfach zu nutzen und leicht zu bedienen sind – und genau das hat die Kryptowährung möglich gemacht. Das Tempo des Wandels ist rasant und ich bin überzeugt, dass es noch weiter zunehmen wird. Die Chancen sind zweifellos enorm: Finanzdienstleistungen können künftig grundlegend anders funktionieren."
Wir stehen an einem Scheideweg in der Finanzwelt – und KI ist der Weg nach vorne. Sie wird die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten, verändern, und die Veränderung wird tiefgreifender sein, als viele erwarten.
Der Wert von Wettbewerb
„Es macht mir große Freude, mit wirklich klugen Köpfen zu arbeiten – mit Menschen, die neue Ideen einbringen und meine eigene Sichtweise hinterfragen. Der motivierende Wert davon ist immens – aber genau das ist entscheidend für den Aufbau eines Unternehmens und einer starken Marke: ein Team, das dahintersteht, sich einbringt und mit echter Leidenschaft dabei ist.
Pepperstone liegt mir sehr am Herzen, und ich setze mich dafür ein, das Unternehmen in einem hart umkämpften Umfeld weiterzuentwickeln. Ohne diesen intensiven Wettbewerb würde mir die Arbeit vermutlich nicht annähernd so viel Freude machen. Manchmal ertappt man sich bei dem Gedanken, wie angenehm es wäre, wenn es keine Konkurrenz gäbe – aber genau sie spornt uns alle dazu an, uns stärker anzustrengen und am Ende Dinge zu schaffen, die oft deutlich besser sind. Letztendlich ist Wettbewerb etwas Positives."
Pepperstone in der F1
„All diese Faktoren haben uns zu unserer Partnerschaft mit Aston Martin Aramco geführt. Wir haben sehr genau analysiert, in welchen Sportarten wir uns engagieren wollen, um unsere Marke gezielt aufzubauen. Ich habe mehrere F1-Events besucht und festgestellt, dass das Publikum stark mit unserer Zielgruppe übereinstimmt. Jeder, mit dem ich gesprochen habe – und ich habe mit so vielen Menschen wie möglich gesprochen – hatte eine gewisse Risikobereitschaft und suchte nach Spannung. Das passt hervorragend zu unserem Zielmarkt. Das war für mich der ausschlaggebende Grund, warum wir uns hier engagieren sollten.
Die F1 ist eine der am schnellsten wachsenden Sportarten der Welt, nur wenige Marken erhalten überhaupt die Möglichkeit, auf einem F1-Rennwagen präsent zu sein. Als ich unsere Marke zum ersten Mal auf dem Aston Martin Aramco-Auto gesehen habe, war ich unglaublich stolz. Ich glaube, das ging uns allen so – weil es für uns ein echter Meilenstein war. Aber am Ende geht es nicht nur um das Logo."

„Die Partnerschaft mit Aston Martin Aramco ist deutlich umfassender und vielschichtiger, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Für Außenstehende – und dazu hätte ich mich früher selbst gezählt – geht es vor allem um das Logo. Heute würde ich sagen, das macht vielleicht 20 bis 30 Prozent des Gesamtwerts aus. Der Rest hängt ganz von der Umsetzung ab. Dabei gibt es so viele Facetten – vieles davon habe ich vor 18 Monaten noch gar nicht in diesem Umfang erkannt. Ohne Übertreibung: Das Ganze ist in vieler Hinsicht transformativ.
Seit der Bekanntgabe unserer Partnerschaft im Januar 2025 haben wir ein Volumenwachstum von 76 % verzeichnet. Das ist natürlich nicht alles der F1 zurückzuführen, aber vieles entwickelt sich aktuell in die richtige Richtung. Über die Zahlen hinaus hat die Partnerschaft das Unternehmen aus meiner Sicht auf ein neues Level gehoben. Die Zusammenarbeit mit einem F1-Team hat intern eine starke Wirkung. Wir gehen keine Kompromisse in der Art ein, wie wir arbeiten, und dulden keine Mittelmäßigkeit – und genau das lässt sich durch eine Partnerschaft wie diese viel greifbarer machen."
Markenaufbau
„Die Partnerschaft mit Aston Martin Aramco stärkt uns nicht nur intern, sondern auch das Vertrauen in unser Unternehmen. Viele unserer Kunden sind begeisterte F1-Fans, was in dieser Hinsicht natürlich ein Vorteil ist – aber es kommt auch Pepperstone als Marke zugute. Offen gesagt: Wenn Ihr Logo auf der Seite eines F1-Autos zu sehen ist, entsteht ganz automatisch der Eindruck, dass es sich um ein großes und seriöses Unternehmen handelt. Ich bin der Ansicht, das kommt gut bei unseren Kunden an und schafft Vertrauen sowie Glaubwürdigkeit bei einem breiteren Publikum. Das ändert nichts daran, wer wir sind – wir waren schon immer ein großes und solides Unternehmen – aber es hilft uns, genau das besser zu vermitteln."
Für die Unwissenden – und ich hätte mich da sicherlich dazu gezählt – geht es um das Logo, aber heute denke ich, dass das wahrscheinlich nur 20-30 Prozent des Werts ausmacht. Der Rest dreht sich komplett um die Aktivierung.
Gemeinsamkeiten...
„Wenn man Zeit mit dem F1-Team verbringt, sind die Parallelen kaum zu übersehen. Wir agieren in einem hochkompetitiven Umfeld: Fehler sind kostspielig und man kann es sich nicht leisten, unüberlegt zu handeln – entweder sind die Wettbewerber einem dicht auf den Fersen oder umgekehrt. Das ist der F1 sehr ähnlich – genauso wie die ständige Suche nach neuen Ideen, die einem den kleinsten Vorsprung verschaffen. Diese Vorsprünge sind meist nur von kurzer Dauer, weil sie schnell aufgeholt werden – während man gleichzeitig schon nach dem nächsten sucht. In dieser Hinsicht funktioniert die F1 nahezu identisch, sowohl in der Entwicklung als auch im operativen Bereich. Allein dieses Verständnis für die Parallelen ist für uns unglaublich wertvoll. Ich glaube, für unsere Trader ist das bereits für sich ein durchaus überzeugender Grund für eine Partnerschaft.
Vor diesem Hintergrund planen wir, unser Führungsteam zum AMR Technology Campus in Silverstone zu bringen. Das ist sehr spannend – vor allem aber hilft es uns, quasi durch direkte Erfahrung zu lernen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, mit welchem Tempo ein F1-Team arbeitet. Die Menschen dahinter persönlich kennenzulernen, wird für unser Führungsteam von großer Bedeutung sein. Ich freue mich sehr darauf."

Teil einer Familie
„Durch die Partnerschaft mit Aston Martin Aramco fühlen wir uns wie Teil eines Teams – nicht nur wie ein Sponsor. Das ist uns sehr wichtig und wird besonders deutlich, wenn wir Kunden zu den Rennen einladen und ihnen ein einzigartiges Erlebnis ermöglichen. Das ist ein klarer Differenzierungs- und Erfolgsfaktor.
Wir haben Pepperstone weltweit auf den Markt gebracht. Gleichzeitig finden viele Rennen genau in den Regionen statt, in denen wir Niederlassungen und einen großen Teil unserer Kunden haben. Das ist natürlich ein großer Vorteil.
Ebenso wertvoll ist der Austausch mit anderen Partnern des Teams und gemeinsame Veranstaltungen – mit starken Marken wie Glenfiddich, Breitling, Aston Martin und vielen weiteren Unternehmen, die ähnliche Werte teilen wie wir. Ich habe dabei viele CEOs kennengelernt. Der Austausch mit Gleichgesinnten ist großartig – nicht nur, um sich auszutauschen, sondern auch, um zu verstehen, wie andere ihre Unternehmen aufgebaut haben und welchen Herausforderungen sie begegnen."
Wir möchten eines der drei besten Unternehmen der Welt in dem werden, was wir tun. Ich denke, wir können es schaffen – es wird viel Konzentration erfordern, und wir müssen alles richtig machen.
Keine Kompromisse
„Unsere Partnerschaft entwickelt sich sehr positiv. Der Erfolg hängt nicht zwingend davon ab, dass das Team ständig Trophäen gewinnt – auch wenn wir uns das natürlich alle wünschen, weil es motiviert und inspiriert.
Man spürt den Ehrgeiz im Team: den Willen zu gewinnen und sich nicht mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden zu geben. Das erfordert auch die Bereitschaft, Risiken einzugehen. Ich möchte hier Aston Martin Aramco nicht bewerten, aber mein Eindruck ist, dass genau dieser Anspruch – getragen von Vorstandsvorsitzenden Lawrence Stroll und dem gesamten Team – dort gelebt wird. Sie holen die besten Leute an Bord und setzen alles daran, an die Spitze zu kommen. Der Weg dorthin verläuft natürlich nicht geradlinig, sondern mit Höhen und Tiefen – und manchmal dauert es länger, als man erwartet.
Auch wenn ich das gut nachvollziehen kann, beschreibt es gleichzeitig sehr treffend, wofür wir als Marke stehen. Wir geben uns nie zufrieden. Es gibt eine lange Liste von Dingen, die wir verbessern wollen und sie nimmt kein Ende. Wir werden nie „fertig" sein mit dem, was wir erreichen wollen.
Sich das immer wieder vor Augen zu führen, ist wichtig, denn es kann ziemlich anstrengend sein. Es hilft zu verstehen: Das ist der Normalzustand – und nicht etwas, das irgendwann erreicht und abgehakt sein wird. Denn genau das wird nicht passieren.
Was wäre also ein Podium für Pepperstone? Unser Ziel ist es, weltweit zu den Top drei in unserem Bereich zu gehören. Ich bin überzeugt, dass wir dieses Ziel erreichen können – mit klarem Fokus und indem wir konsequent alles richtig machen. Und idealerweise gemeinsam mit Aston Martin Aramco – über viele Jahre hinweg."