

Im April des Vorjahres wurde klar herausgearbeitet, dass die Aktie an ihren langfristigen volumengewichteten Durchschnitt zurücklief – ein Niveau, das für institutionelle Marktteilnehmer eine zentrale Orientierungsgröße darstellt. Was folgte, war kein Zufall, sondern eine klassische Reaktion auf günstige, akzeptierte Preise innerhalb eines intakten Trends. Vom Tief bis zum Hoch legte Micron in der Folge rund 600 Prozent zu.
Oracle befindet sich aktuell in einer vergleichbaren, aber noch frühen Phase. Nach einem massiven Impuls von rund 190 Prozent – ausgehend von etwa 118 bis in den Bereich um 351 US-Dollar – korrigiert die Aktie derzeit sauber innerhalb eines weiterhin aufwärtsgerichteten Trends. Auffällig ist dabei vor allem eines: Während andere KI-Titel im Fokus stehen, ist Oracle medial nahezu untergetaucht. Genau diese Phase mangelnder Aufmerksamkeit ist es häufig, in der sich aus institutioneller Sicht die interessantesten Konstellationen aufbauen.
Wie zuvor bei Micron nähert sich Oracle erneut dem langfristigen volumengewichteten Durchschnitt an. Dieses Niveau fungierte bereits im Dezember 2023 sowie im April 2025 als Ausgangspunkt für starke, impulsive Bewegungen. Aktuell notiert die Aktie vorbörslich im Bereich um 176 US-Dollar, während der volumengewichtete Durchschnitt bei etwa 165 US-Dollar verläuft. Rein prozentual ist die Distanz inzwischen deutlich geschrumpft. Damit rückt genau jene Zone näher, in der institutionelle Akteure beginnen, Preis und Risiko neu zu bewerten.
Legt man zusätzlich ein Volumenprofil über den letzten Impuls, wird die Struktur noch klarer. Die Value Area Low dieses Impulses beginnt etwa im Bereich zwischen 165 und 153 US-Dollar. Unterhalb dieses Bereichs verlässt die Aktie den fair akzeptierten Preisraum und wird aus markttechnischer Sicht zunehmend interessant. Unterstützt wird diese Zone zusätzlich durch eine übergeordnete Trendlinie, die erklärt, warum die vorherige Überdehnung im Bereich um 330 US-Dollar zwangsläufig in eine Korrektur münden musste. Die aktuelle Bewegung ist damit keine Schwäche, sondern die logische Bereinigung eines exzessiven Vorlaufs.
Je tiefer Oracle in diese Korrektur hineinläuft, desto attraktiver wird das Chance-Risiko-Verhältnis aus mittelfristiger Perspektive. Die Aktie bleibt Teil des erweiterten KI-Ökosystems, bewegt sich jedoch aktuell fernab von Euphorie und Übertreibung. Genau das schafft Raum für neue Impulse, sobald der Markt beginnt, diese Unterstützungszonen erneut zu akzeptieren. Oracle ist damit kein kurzfristiger Hype-Trade, sondern ein Kandidat für eine strukturell saubere, antizyklische Positionierung innerhalb eines weiterhin intakten Langfristtrends.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Dennis Gürtler.
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