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Siemens – Doppelte Absorption als klares Warnsignal

Dennis Gürtler
Dennis Gürtler
Head of Trading, DeepTrade
19.11.2025
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Die Aktie von Siemens hat ihr zuvor konstruktives Chartbild klar eingebüßt und präsentiert sich aktuell in einer technisch wie strukturell angespannten Lage.

Auffällig ist vor allem die wiederholte Absorption an der Value Area High des Jahres. Mehrere Versuche, sich oberhalb von rund 244 EUR nachhaltig zu etablieren, wurden unmittelbar verkauft und führten zu deutlichen Rücksetzern. Dieses Verhalten signalisiert eine klare Ablehnung höherer Preise – ein Muster, das typischerweise dann entsteht, wenn institutionelle Marktteilnehmer ihre Liquidität primär zur Distribution nutzen.
Parallel dazu bestätigte sich das Bild auch auf kürzeren Zeitebenen. Breakouts oberhalb der kurzfristigen Value Area wurden ebenfalls neutralisiert, was die technische Schwäche zusätzlich untermauert. Die Folge ist ein Kursrückgang von rund 14 % vom jüngsten Hoch – ein deutlicher Beleg für eine momentumgetriebene Abwärtsbewegung.


Längerfristig: Volumenprofil und zentrale Preiszonen

Preview

Auf dem Wochenchart ist die Value Area des Jahres klar erkennbar. Sie erstreckt sich zwischen ca. 205 EUR (Value Area Low) und 244 EUR (Value Area High), also dem Bereich, in dem rund 70 % des Jahresvolumens umgesetzt wurden.
Oberhalb dieser Zone wurden sämtliche Breakout-Versuche konsequent abverkauft – ein deutlich bärisches Signal. Besonders kritisch ist die Tatsache, dass sich übergeordnet und kurzfristig eine doppelte Absorption zeigt: einmal auf Jahresbasis, ein zweites Mal im Monatsprofil zwischen 240 und 248 EUR.
Unterhalb dieser Bereiche existiert wenig strukturelle Unterstützung, sodass ein Durchrutschen bis an die Value Area Low des Jahres nicht nur möglich, sondern charttechnisch nahezu logisch erscheint. Dort liegt zudem die Anchored VWAP vom Jahresbeginn – eine zusätzliche volumenseitige Großunterstützung.


Taktische Setups und kurzfristige Handelsperspektiven

Preview

Kurzfristig rückt eine Rücklaufbewegung in den Fokus. Sollte die Aktie vor dem Test der Value Area Low noch einmal in die zuvor gebrochene Seitwärtszone zurücklaufen, entsteht eine taktisch attraktive Short-Gelegenheit.
Die relevante Zone liegt im Bereich von ca. 233 bis 235 EUR. Hier befand sich die obere Grenze der vorherigen Balance-Phase inklusive eines Fehlausbruchs, der anschließend impulsiv abverkauft wurde. Ein erneuter Rücklauf dorthin wäre strukturell ein klassisches Pullback-Szenario – vorausgesetzt, Schwäche wird intraday bestätigt.
Erst unterhalb von rund 204/205 EUR wird der Chart wieder langfristig interessant. Dort schneiden sich Value Area Low, historische Nachfragezonen und die Anchored VWAP des Jahres. Diese Konstellation bietet Potenzial für mittelfristige Reaktionen, allerdings nur nach klaren Trendwendesignalen.


Strategische Einordnung und institutioneller Kontext

Das Verhalten der Siemens-Aktie fügt sich nahtlos in das institutionelle Muster ein, das bereits seit Wochen sichtbar ist: Höhere Preise werden konsequent abgelehnt, während Volumenverteilung und Absorptionsverhalten klar auf aktive Distribution hindeuten.
Breakouts oberhalb der Value Area High werden nicht angenommen, sondern als Liquiditätsquelle genutzt. Gleichzeitig ist die Abwärtsdynamik intakt, bis die Aktie an strukturellen Großniveaus wie der Value Area Low des Jahres ankommt.
Damit befindet sich Siemens derzeit in einer Übergangsphase zwischen Distribution und potenzieller Reakkumulation – allerdings erst an tieferen Preisniveaus.


Fazit – Schwäche dominiert, klare Zonen im Fokus

Siemens hat mehrere deutliche Warnsignale geliefert. Die doppelte Absorption, der Verlust der Value Area High und der impulsive Rücksetzer von über 14 % sprechen klar gegen einen stabilen Markt.
Kurzfristig steht eine potenzielle Pullback-Zone im Bereich 233–235 EUR im Fokus, während das übergeordnete Kernniveau bei 205 EUR die zentrale Unterstützungsmarke des Jahres darstellt. Erst dort kann sich der Markt stabilisieren – bis dahin bleibt das übergeordnete Bild bärisch.

Die 5 wichtigsten Punkte im Überblick:

  1. Siemens zeigt sowohl übergeordnet als auch kurzfristig eine deutliche doppelte Absorption oberhalb der Value Area High.
  2. Die Value Area des Jahres liegt zwischen 205 und 244 EUR – Breakouts wurden konsequent abverkauft.
  3. Der impulsive Rückgang von 14 % signalisiert strukturelle Schwäche und fehlende Preisakzeptanz.
  4. Kurzfristig ist die Zone um 233–235 EUR für Pullback-Shorts relevant – jedoch nur mit Bestätigung.
  5. Die zentrale Unterstützungszone liegt bei 204–205 EUR (Value Area Low + Anchored VWAP), dort können Bodenbildungsprozesse einsetzen.

Herzliche Grüße aus Berlin,

Dennis Gürtler.




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