

Für Anleger – egal ob im KI-Sektor, im Nasdaq oder über ETF-Sparpläne im breiten Markt – stellt sich nicht die Frage nach der nächsten Schlagzeile, sondern nach der strukturellen Ausgangslage. Entscheidend ist, dass die gesamte KI-Story untrennbar an Risikokapital gekoppelt ist. Sobald der Markt in einen Risk-Off-Modus kippt, trifft es nicht selektiv einzelne Titel, sondern vor allem wachstums- und bewertungsgetriebene Segmente wie KI, Tech und Nasdaq.
Um diese übergeordnete Lage sauber einzuordnen, lohnt der Blick auf den S&P 500 im langfristigen Wochenchart. Dort zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: Der Markt bewegt sich zyklisch innerhalb klar definierter Ausdehnungsbereiche, gemessen über ATR-basierte Schwankungsbänder. Historisch betrachtet steigt das Korrekturrisiko signifikant, sobald der Index längere Zeit in der oberen Extremzone verweilt. Genau das ist aktuell der Fall. Wer in solchen Phasen größere Tranchen investiert oder Sparpläne aggressiv hochfährt, handelt nicht trendstark, sondern positioniert sich statistisch in einem überdehnten Marktumfeld.
Wichtig ist dabei ein oft missverstandener Punkt: Überdehnung bedeutet nicht, dass der Markt sofort fallen muss. Es gibt Phasen, in denen Indizes noch deutlich weiter steigen, obwohl sie technisch bereits teuer sind. Doch selbst in diesen Fällen folgt die Korrektur später fast immer – und sie neutralisiert rückblickend einen Großteil des zuvor gewonnenen Zeitvorteils. Anleger, die „oben“ investiert sind, verlieren dann weniger Kapital als vielmehr Zeit. Genau dieses Muster zeigt sich immer wieder: Erst das letzte Stück Anstieg, dann eine Top-Phase, anschließend die Korrektur zurück in den fairen Bewertungsbereich.
Besonders auffällig ist, dass größere Korrekturen fast immer von massiver medialer Überzeichnung begleitet werden. Rückblickend zeigt sich, dass selbst zweistellige Rückgänge von zehn bis fünfzehn Prozent oft als systemische Krise dargestellt werden, obwohl sie lediglich die technische Antwort auf eine lange Überdehnungsphase sind. Gleichzeitig wird dabei ausgeblendet, wie stark der Markt zuvor gestiegen ist. Dieses emotionale Extrem bildet häufig genau den Punkt, an dem antizyklisch wieder Chancen entstehen – nicht vorher, sondern erst dann, wenn Risiko allgemein gemieden wird.
Unterm Strich bleibt die Ausgangslage klar: Der Markt kann weiter steigen, befindet sich aber auf sehr teurem Terrain. Für ETF-Sparer und langfristige Anleger bedeutet das nicht Aktionismus, sondern Zurückhaltung. Neue Positionen auf Höchstständen aufzubauen, verschiebt Chancen meist nur zeitlich nach hinten. Attraktiv wird das Umfeld erst wieder mit einer deutlicheren Korrektur, wenn Bewertungen, Volatilität und Marktstimmung zusammenpassen. Bis dahin ist Geduld kein Verzicht, sondern ein aktiver strategischer Vorteil.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Dennis Gürtler.
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