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Die Berichtssaison beginnt nächste Woche, und wie immer legen die großen US-Banken als Erste ihre Ergebnisse vor. Sechs große US-Banken stehen vom 14. bis 15. Juli auf dem Programm, jeweils vor Eröffnung des US-Marktes.
Sie starten mit starkem Rückenwind in die Berichtssaison. Gestützt durch eine Sektorrotation, deregulatorische Impulse und einen rekordverdächtigen M&A-Zyklus, haben fünf der sechs Banken in den letzten zwei Wochen nahe ihren Rekordhochs gehandelt. Alle sechs haben den jährlichen Stresstest der Fed bestanden und haben ihre Aktionäre seitdem durch Dividenden oder Aktienrückkäufe belohnt.
Die Erwartungen sind hoch, aber das kann sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen. Wenn der Kurs einer Aktie bereits gute Nachrichten eingepreist hat, kann selbst ein solides Ergebnis enttäuschen, wenn es die höher gelegte Messlatte nicht übertrifft, und ein schwaches Ergebnis kann den Kurs stark nach unten treiben. Genau das macht diese Woche so interessant, und genau deshalb ist das Verlustrisiko genauso real wie die Chance auf Gewinn.
Das Ergebnis je Aktie (EPS) und der Umsatz werden im Mittelpunkt stehen, doch einige Kennzahlen könnten zusätzliche Einblicke in die Leistung der einzelnen Banken liefern. Hier erfährst du, worauf wir bei jedem einzelnen Punkt achten werden und warum dies in der Regel Auswirkungen auf den Aktienkurs hat. Der folgende Kommentar enthält allgemeine Marktinformationen und stellt keine Empfehlung oder Beratung dar.
Unternehmen | Ticker | Datum | YTD in % | Implizite Kursbewegung in %¹
1 Stand der Daten zum Börsenschluss am 6. Juli 2026.
2 Alle Daten sind in Eastern Time (ET) angegeben.
Wichtig: FICC-Handelsumsatz

Goldman geht mit einer einzigartigen Ausgangslage in die Berichtssaison für das zweite Quartal: ein rekordverdächtiges Geschäftsvolumen, allerdings liegt die Aktie deutlich unter ihren Höchstständen vom Juni.
Die Bank hat im ersten Halbjahr 2026 gerade die Marke von 1 Billion US-Dollar beim Beratungsvolumen im Bereich Fusionen und Übernahmen überschritten – so schnell wie noch keine andere Bank zuvor. Goldman profitiert zudem von vielversprechenden Börsengängen: Das Unternehmen hat den Börsengang von SpaceX geleitet und ist weiterhin ein wichtiger Berater beim bevorstehenden Börsengang von OpenAI – eine Pipeline an Transaktionen, die ein weiteres starkes Quartal sichern könnte.
Allerdings gibt es einen Haken. Im letzten Quartal war der Bereich Fixed Income (FICC) der einzige Schwachpunkt – er verzeichnete einen Rückgang um 10 %, während alle anderen Bereiche boomten. Sollte FICC erneut enttäuschen, dürfte die Aktie weiter nachgeben.
Der Kurs befindet sich derzeit in einer Korrekturphase nach dem Höchststand von Mitte Juni und nähert sich der Untergrenze der Kurslücke vom 26. Juni bei 1.055 Dollar – ein Niveau, das bis zur Veröffentlichung der Zahlen genau im Auge behalten werden sollte.
Wichtig: Nettozinsertrag im Vergleich zur Gesamtjahresprognose von 50 Mrd. US-Dollar

WFC muss sich beweisen. Im letzten Quartal blieb der Nettozinsertrag hinter den Erwartungen zurück, und die Aktie verlor an einem einzigen Handelstag fast 5 %. Das Problem lag nicht im Kreditwachstum – das war sogar gestiegen –, sondern darin, dass sich dies nicht in höheren Gewinnmargen niederschlug. Dieses Quartal ist die zweite Chance.
Der Markt braucht eine Schließung dieser Lücke. Ein zweites Verfehlen der Erwartungen gefährdet das Gesamtjahresziel von 50 Mrd. USD. Ein Übertreffen der Erwartungen bringt WFC wieder auf Kurs – und auf dem Chart hat der Kurs bereits das April-Hoch von 86,7 USD durchbrochen, wobei ein Übertreffen der Erwartungen möglicherweise den Weg zum Februar-Hoch nahe 95 USD ebnen könnte.
Wichtig: Nettozinsertrag (NII)

BAC gehört zu den zinssensitivsten Großbanken – Zinsänderungen spürt das Unternehmen stärker als alle anderen. Da die Fed offen über Zinserhöhungen spricht, sind die Rahmenbedingungen theoretisch ideal für einen Anstieg des Nettozinsüberschusses.
Das Management hat im vergangenen Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben, und die Aktie notiert derzeit auf Rekordniveau. Ein solches Ergebnis ist jedoch nicht garantiert.
Wichtig: Aufwands-Ertrags-Verhältnis

Die Citibank ist der Sonderfall in dieser Gruppe: Sie steckt nach wie vor im Umbruch. Jahrelange Umstrukturierungen, Wechsel an der Spitze und Sparmaßnahmen zeigen am Markt endlich Wirkung.
Aber in diesem Quartal wendet sich das Blatt. Da die Transformation mittlerweile zu 90 % abgeschlossen ist, will der Markt nichts mehr von Restrukturierungen hören. Er fordert handfeste Zahlen. Genauer gesagt: Verbessert sich das Aufwands-Ertrags-Verhältnis wirklich? Falls dem so ist, lässt sich der Bewertungsabschlag der Citi-Aktie gegenüber der Konkurrenz immer schwerer rechtfertigen – und eine charttechnische Neubewertung kommt in Gang.
Ein Ausbruch aus der Spanne – entweder unter 138 USD oder über 148 USD – könnte nach den Zahlen einen starken Richtungstrend in Gang setzen.*
*Quelle: TradingView am 7. Juli 2026.
Wichtig: Gebühren für Investmentbanking

Im letzten Quartal stiegen die Gebühren für Investmentbanking im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28 % – die M&A-Aktivitäten boomten, und JPM stand dabei im Mittelpunkt. Die Messlatte liegt nun hoch. Wenn die Dynamik im Deal-Geschäft bis ins zweite Quartal anhält, hakt der Markt das Thema ab und blickt nach vorn. Lässt sie jedoch nach, bekommt die Aktie das sofort zu spüren.
Auf dem Chart nähert sich der Kurs dem Januar-Hoch von 337,25 USD – ein deutlicher Durchbruch über dieses Niveau könnte auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hindeuten.*
*Quelle: TradingView am 7. Juli 2026.
Wichtig: Netto-Neuzuflüsse im Wealth Management

Morgan Stanley weist im Vergleich zu allen anderen Banken dieser Gruppe einen Bewertungsaufschlag auf – und mit einem Kursplus von 27 % im zweiten Quartal war die Aktie der Top-Performer unter den sechs Großbanken.
Diese Prämie beruht vor allem auf einem Faktor: dem Volumen des Neugeldes, das der Vermögensverwaltung (Wealth Management) zufließt. Im letzten Quartal beliefen sich die Netto-Neuzuflüsse auf einen Rekordwert von 118 Mrd. Dollar. Wenn diese Zahl an Dynamik verliert, bröckelt auch das Argument für die hohe Bewertung.
Im Chart hat der Kurs das Juni-Hoch von 219,2 USD nach oben durchbrochen, wobei 230,5 USD das nächste Kursziel nach oben ist und 205,7 USD die Marke, die bei einem eventuellen Rückgang halten muss.*
*Quelle: TradingView am 7. Juli 2026.
Die Bilanzen der Banken betreffen nicht nur den Bankensektor allein. Sie bieten dem Markt die erste verlässliche Bestandsaufnahme der US-Wirtschaft in diesem Quartal – bezogen auf Konsumausgaben, Unternehmenskredite und M&A-Aktivitäten.
Liefern die Banken gute Ergebnisse, könnte der Bullenmarkt an Breite gewinnen. Enttäuschen sie, droht sich die Volatilität über den Finanzsektor hinaus auszubreiten. Unabhängig davon sorgt die Berichtssaison üblicherweise für gesteigerte Volatilität und Dynamik an den Märkten.
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Hinweis: Alle Zahlen in diesem Artikel entsprechen dem Stand vom 7. Juli 2026; die frühere Wertentwicklung ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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