
An den Prognosemärkten liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus derzeit bei 90 %, für eine Mehrheit im Senat bei 63 %. Ein demokratischer Sieg in beiden Kammern gilt damit aktuell als wahrscheinlichstes Szenario. Im Senat bleibt das Rennen jedoch hart umkämpft.
Für Trader außerhalb der USA geht es dabei um weit mehr als einen innenpolitischen Machtkampf. Der Wahlausgang könnte den US-Dollar, die globalen Aktienmärkte, die Renditen von US-Staatsanleihen und Gold ebenso bewegen wie einzelne Sektoren, vom Gesundheitswesen bis zur künstlichen Intelligenz.
Am Dienstag, den 3. November 2026, gehen die US-Amerikaner an die Urnen. Neu gewählt werden das gesamte Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Sitze im Senat.
Die Wahlen finden genau zur Halbzeit von Trumps zweiter Amtszeit statt. Damit werden sie zu einem entscheidenden Stimmungstest für seine Regierung und könnten zugleich einen Wendepunkt für die US-Wirtschaftspolitik markieren.
Die Republikaner stellen derzeit in beiden Kammern die Mehrheit und verschaffen der Regierung damit größeren Spielraum, ihre Gesetzesvorhaben voranzutreiben.
Sollten die Demokraten eine oder beide Kammern für sich gewinnen, würden sich die Machtverhältnisse in Washington deutlich verschieben.
Ein geteilter Kongress könnte neue Steuergesetze, Staatsausgaben und Regulierungsreformen erschweren. Bei Zöllen, Sanktionen, in der Außenpolitik sowie bei bestimmten regulatorischen Entscheidungen würde Trump jedoch weiterhin über beträchtliche Exekutivbefugnisse verfügen.
Für die Märkte zählt nicht allein, wer die Wahl gewinnt. Entscheidend ist, was das Ergebnis für Wachstum, Inflation, Zinsen und Unternehmensgewinne bedeutet.
Die Republikaner gehen mit knappen Mehrheiten in beiden Kammern in die Midterms. Die Ausgangslage unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen Repräsentantenhaus und Senat.
Anfang Oktober entfallen im Repräsentantenhaus rund 218 Sitze auf die Republikaner und 214 auf die Demokraten. Hinzu kommen ein unabhängiger Abgeordneter und zwei unbesetzte Sitze. Alle 435 Sitze stehen zur Wahl. Bei vollständiger Besetzung sind 218 Sitze für eine Mehrheit erforderlich. Die Demokraten brauchen daher nur wenige zusätzliche Sitze, um die Mehrheit zu übernehmen.
Im Senat ist die Ausgangslage für die Demokraten schwieriger. Die Republikaner halten 53 Sitze, die Demokraten 45. Hinzu kommen zwei unabhängige Senatoren, die sich den Demokraten anschließen, sodass die Republikaner effektiv über eine Mehrheit von 53 zu 47 verfügen. Von den 35 Sitzen, die zur Wahl stehen, werden derzeit 22 von Republikanern und 13 von Demokraten gehalten. Um auf 51 Sitze zu kommen, müssen die Demokraten unter dem Strich vier Sitze hinzugewinnen. Voraussetzung ist, dass sie ihre bisherigen Sitze halten und die beiden unabhängigen Senatoren weiterhin mit ihnen stimmen.
Für die Marktreaktion dürfte auch entscheidend sein, wie deutlich der Wahlsieg ausfällt. Eine demokratische Mehrheit von mehr als 235 Sitzen im Repräsentantenhaus würde der Partei größeren Einfluss auf Gesetzesvorhaben, Haushaltsverhandlungen und die Kontrolle der Trump-Regierung verschaffen. Sollten die Demokraten auch den Senat gewinnen, könnten sie republikanische Gesetzesvorhaben und Ernennungen leichter blockieren. Dies könnte zu einer länger anhaltenden politischen Blockade führen. Größe und Zusammensetzung der jeweiligen Mehrheit dürften daher die Erwartungen an die Finanzpolitik und Regulierung ebenso beeinflussen wie den Spielraum der Trump-Regierung, ihre politischen Vorhaben umzusetzen.
Dieser Unterschied ist entscheidend, um zu verstehen, warum die Prognosemärkte die Chancen auf eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat unterschiedlich bewerten und warum die endgültige Sitzverteilung ebenso wichtig sein könnte wie das Wahlergebnis selbst.
Weniger als einen Monat vor dem Wahltag deuten die Prognosemärkte auf eine deutliche Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse hin.
Kalshi zufolge zeigten die Daten auf Bloomberg am 8. Oktober folgende Wahrscheinlichkeiten:

(Quelle: Kalshi, Bloomberg)
Dabei handelt es sich um an den Prognosemärkten eingepreiste Wahrscheinlichkeiten, nicht um Wahlergebnisse oder Garantien.
Für mich ist vor allem interessant, wie sich die Erwartungen verteilen. Ein Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus wird bereits weitgehend erwartet, während der Ausgang im Senat deutlich offener ist.
Sollten die Republikaner ihre Mehrheit im Senat behaupten, könnte dies daher eine stärkere Neubewertung an den Märkten auslösen als ein bereits weitgehend erwarteter Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus.
Die hohen Lebenshaltungskosten stehen dabei besonders im Fokus.
Trotz solider Wachstumsimpulse in Teilen der US-Wirtschaft und umfangreicher Investitionen in künstliche Intelligenz bleibt der finanzielle Druck auf viele Haushalte hoch. Steigende Wohn- und Energiekosten, hohe Gesundheitsausgaben und Kreditzinsen sorgen weiterhin für Unzufriedenheit.
Laut den Bloomberg-Daten bewerten derzeit nur 38,4 % Trumps Amtsführung positiv, während 59,5 % sie ablehnen. Mit seiner Wirtschaftspolitik sind sogar 63,2 % unzufrieden.
- Lebenshaltungskosten und Steuern: Die Republikaner setzen im Wahlkampf auf Wachstum, Steuererleichterungen und Investitionen. Die Demokraten hingegen rücken die finanzielle Belastung der Haushalte und die Verteilung des wirtschaftlichen Wohlstands in den Vordergrund. Der Ausbau von Rechenzentren spielt dabei eine zentrale Rolle.
- Gesundheitswesen: Die Finanzierung von Medicaid, bezahlbare Krankenversicherungen und der Zugang zur Gesundheitsversorgung bleiben wichtige Themen, mit potenziell weitreichenden Folgen fü Krankenhäuser und Versicherer.
- Einwanderung: Grenzsicherung und eine strengere Durchsetzung der Einwanderungsregeln gehören weiterhin zu den Kernthemen der Republikaner. Die Demokraten stellen dagegen den Kurs der Regierung und seine wirtschaftlichen Folgen infrage.
- Zölle und Handel: Trumps Handelspolitik bleibt umstritten, insbesondere dort, wo höhere Importkosten Unternehmen, Landwirte und Verbraucher belasten.
- Energie- und Außenpolitik: Die heimische Energieproduktion, der Iran-Konflikt, Kraftstoffpreise und die internationalen Verpflichtungen der USA haben im Wahlkampf zunehmend an Bedeutung gewonnen.
- KI und politische Rahmenbedingungen: Der Ausbau von Rechenzentren, Stromkosten, die Aufsicht über KI und Technologieinvestitionen rücken zunehmend in den politischen Fokus und könnten direkte Auswirkungen auf US-Unternehmen haben.
Für Anleger ist die politische Ausrichtung relevant, da neue Gesetze die Aussichten für die staatliche Kreditaufnahme, die Profitabilität von Unternehmen, die Inflation und die Bewertungen einzelner Sektoren verändern können.
Im Kampf um die Mehrheit im Senat könnte es auf nur wenige Bundesstaaten ankommen.
Besonders im Fokus stehen Maine, Iowa und Texas Kalshi beziffert die Wahrscheinlichkeit eines demokratischen Sieges bei den jeweiligen Senatswahlen derzeit auf 58 %, 45 % beziehungsweise 66 %.
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Texas nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Ein Sieg der Demokraten in diesem traditionell republikanisch geprägten Bundesstaat wäre ein deutliches politisches Signal.
In Maine haben die Demokraten die Chance, einen zusätzlichen Senatssitz zu gewinnen. In Iowa ist der Ausgang inzwischen offener, da steigende Kosten sowohl private Haushalte als auch die Landwirtschaft belasten.
Auch North Carolina, Ohio und Alaska sind wichtige Bundesstaaten, in denen die Republikaner ihre Senatssitze verteidigen. Michigan wiederum ist für die Demokraten von besonderer Bedeutung, da die Republikaner ihnen dort einen Sitz abnehmen könnten.
Diese Senatswahlen werden zeigen, ob die Demokraten nur im Repräsentantenhaus die Mehrheit gewinnen oder ihnen auch die Mehrheit im Senat gelingt.
Für Trader könnten die Wahrscheinlichkeiten in den einzelnen Bundesstaaten erste Hinweise darauf liefern, ob sich das landesweite Ergebnis wie erwartet entwickelt oder eine Überraschung bevorsteht.
Szenario 1: Demokratische Mehrheit in beiden Kammern – 61 % Wahrscheinlichkeit
Die Demokraten gewinnen sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat und könnten Trumps Gesetzesvorhaben im Kongress deutlich stärker entgegenwirken.
Die Märkte könnten daraufhin stärkere Beschränkungen für eine expansive Finanzpolitik und den Abbau regulatorischer Vorgaben einpreisen. Zugleich dürfte die Trump-Regierung einer stärkeren politischen Kontrolle ausgesetzt sein.
Das Gesundheitswesen und erneuerbare Energien könnten davon profitieren. Teile des Finanzsektors und der traditionellen Energiewirtschaft könnten dagegen mit größerer regulatorischer Unsicherheit konfrontiert sein.
Szenario 2: Geteilter Kongress – 29 % Wahrscheinlichkeit
Die Demokraten gewinnen die Mehrheit im Repräsentantenhaus, während die Republikaner ihre Mehrheit im Senat halten.
Damit wären größere neue Gesetzesvorhaben deutlich schwerer durchzusetzen.
In der Vergangenheit haben die Märkte eine solche politische Blockade mitunter positiv aufgenommen, da sie das Risiko weitreichender Gesetzesänderungen verringert. Risiken durch politische Entscheidungen der Regierung würden jedoch bestehen bleiben.
Szenario 3: Republikaner behalten die Mehrheit im Kongress – 10 % Wahrscheinlichkeit
Laut Prognosemärkten ist dies das unwahrscheinlichste Szenario, zugleich könnte es aber für die größte politische Überraschung sorgen.
Eine republikanische Mehrheit in beiden Kammern würde Trump weiterhin großen Spielraum bei Gesetzesvorhaben lassen und die Erwartungen an einen Abbau regulatorischer Vorgaben sowie an politische Kontinuität stützen.
Gleichzeitig könnten bei Anlegern Bedenken hinsichtlich des Haushaltsdefizits, der Ausgabe von US-Staatsanleihen und der Inflation wieder stärker in den Vordergrund rücken.
Das Ergebnis der Midterms 2026 könnte bereits die politischen Weichen für die Präsidentschaftswahl 2028 stellen.
Gewinnen die Demokraten die Mehrheit in beiden Kammern, würde ihnen das neuen politischen Rückenwind und eine stärkere Position im Kongress verschaffen. Damit könnten sie der Politik der Trump-Regierung in den letzten beiden Jahren seiner Amtszeit deutlich mehr entgegensetzen.
Zugleich könnten sich potenzielle demokratische Präsidentschaftskandidaten stärker profilieren.
Für die Republikaner würde der Erhalt ihrer Mehrheiten in beiden Kammern Trumps politischen Kurs bestätigen und potenziellen Präsidentschaftskandidaten für 2028 eine stärkere Ausgangsposition verschaffen.
Nach dem 22. Zusatzartikel zur US-Verfassung kann Trump nicht für eine dritte Amtszeit gewählt werden. Umso wichtiger ist die Frage, wer seine politische Wählerkoalition künftig hinter sich vereinen kann.
Die Midterms entscheiden jedoch nicht darüber, wer 2028 die Präsidentschaftswahl gewinnt. Die Auswahl der Kandidaten, die wirtschaftliche Entwicklung und die Ereignisse der folgenden zwei Jahre könnten die politischen Rahmenbedingungen bis dahin noch erheblich verändern.
Für internationale Trader fällt ein wichtiger Teil der Wahlnacht auf die asiatische Handelssitzung am Mittwoch, den 4. November. Erste Ergebnisse und politische Entwicklungen könnten daher bereits die Eröffnung der europäischen Märkte beeinflussen.
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Bei den angegebenen Zeiten handelt es sich um die offiziellen Schließungszeiten der Wahllokale, nicht um garantierte Zeitpunkte für die Bekanntgabe der Ergebnisse.
Eine klare Mehrheit im Repräsentantenhaus könnte sich noch im Laufe der Wahlnacht abzeichnen. Bei besonders engen Senatsrennen, Briefwahlstimmen und möglichen Neuauszählungen könnte die endgültige Zusammensetzung des Kongresses jedoch noch Stunden oder sogar Tage offenbleiben.
Politische Entscheidungen in den USA wirken sich selten nur auf die US-Märkte aus.
Der Markt für US-Staatsanleihen beeinflusst die Finanzierungskosten weltweit. Veränderte Erwartungen an die US-Finanzpolitik können sich auf den US-Dollar auswirken und damit auch Währungspaare wie EURUSD, GBPUSD, AUDUSD und USDJPY bewegen.
Gold reagiert auf Realzinsen, den US-Dollar und geopolitische Unsicherheit. Der S&P 500 und der Nasdaq 100 prägen die Stimmung an den globalen Aktienmärkten, während die US-Energiepolitik die Ölpreise für Brent und WTI beeinflussen kann.
Für Trader in Australien, Asien und Europa kommt ein interessanter zeitlicher Faktor hinzu: Wichtige politische Entwicklungen könnten sich abzeichnen, während die US-Kassamärkte für Aktien geschlossen sind, der Handel mit FX, Gold und Aktienindex-Futures jedoch weiterläuft.
Diese Kombination kann starke Kursbewegungen, Kurslücken und Veränderungen der Liquidität auslösen.
Für Trader kommt es daher nicht allein darauf an, den politischen Ausgang richtig vorherzusagen, sondern zu verstehen, wie das Ergebnis die Erwartungen an Zinsen, Inflation, Finanzpolitik und Unternehmensgewinne verändert.
Die US-Midterms könnten zu einem wichtigen Impulsgeber für die Märkte werden. Trader sollten dabei jedoch zwischen dem politischen Wahlausgang und der Reaktion der Finanzmärkte unterscheiden.
Eine demokratische Mehrheit in beiden Kammern ist an den Prognosemärkten bereits weitgehend eingepreist. Für die stärksten Marktbewegungen könnte daher ein Ergebnis sorgen, das von diesen Erwartungen abweicht, den Ausblick für die US-Finanzpolitik verändert oder die weitere Entwicklung der Renditen von US-Staatsanleihen und des US-Dollars in eine neue Richtung lenkt.
Für internationale CFD-Trader kommt es darauf an, die Wahrscheinlichkeiten richtig einzuordnen, die entscheidenden Senatsrennen im Blick zu behalten und darauf vorbereitet zu sein, dass die Märkte ihre Erwartungen neu bewerten, sobald sich ein klareres politisches Bild abzeichnet.
Diese Information wurde von Pepperstone GmbH bereitgestellt. CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 76,1 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Diese Inhalte stellen keine unabhängige Finanzanalyse dar, sondern gehören zu unserer Werbemitteilung. Folglich sind die gesetzlichen und regulatorischen Bestimmungen, die sich auf unabhängige Finanzanalysen beziehen, nicht auf diese Website und unsere Kommunikation anwendbar. Diese Inhalte (unabhängig davon, ob sie Meinungen wiedergeben oder nicht) dienen nur der allgemeinen Information und berücksichtigen Ihre persönlichen Umstände oder Ziele nicht. Obwohl die in dieser Werbemitteilung enthaltenen Informationen aus Quellen, welche als verlässlich betrachtet werden können, bezogen wurden, gewährleisten weder Pepperstone noch der Autor die Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Informationen. Alle Informationen sind nur indikativ, können ohne vorherige Mitteilung abgeändert werden und können jederzeit veraltet sein. Weder Pepperstone noch der Autor übernehmen Haftung für Verluste. Informationen über die frühere Wertentwicklung eines Finanzinstruments lassen keine verlässliche Schlussfolgerung auf die zukünftige Entwicklung zu. Die Rendite kann infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen kann.