

Netzwerktechnik, digitale Infrastruktur, Sicherheitslösungen und Cloud-Anbindungen bilden seit Jahren das stabile Fundament des Geschäftsmodells. Gerade im Kontext von KI, Cloud-Computing und zunehmender Datenintensität profitiert Cisco davon, dass immer mehr Daten immer schneller und vor allem sicher transportiert werden müssen. Genau diese solide, wenig emotionale Marktstellung sorgt dafür, dass Volumenstrukturen bei Cisco besonders sauber ausgebildet werden – und aktuell beginnt sich eine technisch hochinteressante Situation zu entwickeln.
Blickt man auf den Dezember, zeigt sich ein sehr ausgeglichenes Volumenprofil mit klar definierter Value Area High und Value Area Low. Der Markt bewegte sich über Wochen in einer engen Range, typisch für eine Phase institutioneller Verteilung und Akkumulation. Kurse außerhalb dieser Zone wurden konsequent wieder zurück in den fairen Preisbereich gedrückt, was auf eine ausgeprägte Mean-Reversion-Struktur hindeutet. Solche Phasen wirken unspektakulär, bilden aber häufig die Grundlage für spätere dynamische Bewegungen.
Zum Jahreswechsel kam es dann zu einem klaren Bruch dieser Seitwärtsphase. Die Aktie verließ nicht nur die Value Area nach unten, sondern durchbrach gleichzeitig die zuvor etablierte Trendlinie. Diese Kombination ist entscheidend, da sie häufig echtes Momentum nach sich zieht. Der Markt begann, neue Preise zu akzeptieren, und der Abverkauf erfolgte dynamisch und ohne größere Gegenwehr. Genau hier liegt jedoch der Punkt, an dem viele Marktteilnehmer zu spät reagieren und Short-Positionen zu ungünstigen Preisen eingehen.
Das professionelle Szenario entsteht nicht im Ausbruch selbst, sondern im Rücklauf. Nach längeren Seitwärtsphasen ist es typisch, dass gebrochene Value-Zonen erneut getestet werden. Sollte Cisco in den Bereich der ehemaligen Value Area Low zurücklaufen – grob um 76 US-Dollar – wird diese Zone zur entscheidenden Schaltstelle. Relevant wird sie jedoch nur dann, wenn sich dort untergeordnet Schwäche zeigt. Absorption steigender Kurse oder ein klarer untergeordneter Strukturbruch sind notwendig, um das Risiko eines steigenden Messers auszuschließen und den Retest sauber zu handeln.
Entscheidend ist, dass dieses Setup nicht prognostisch, sondern reaktiv gehandelt wird. Der Kontext ist klar definiert, der potenzielle Ort ebenso. Der Einstieg erfolgt jedoch ausschließlich bei sichtbarer Marktreaktion. Erst wenn der Preis an dieser Zone tatsächlich Schwäche entwickelt, wird aus der Analyse ein Trade. Bleibt diese Reaktion aus, bleibt man konsequent außen vor. Genau diese Disziplin unterscheidet ein strukturiertes Value-Area-Retest-Szenario von reinem Hoffnungs-Trading.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Dennis Gürtler.
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