Die deutsche Automobilindustrie gilt als Herzstück der deutschen Wirtschaft – doch aktuell zeichnet sich bei wichtigen deutschen Automobilaktien ein äußerst problematisches Bild ab. Trotz eines weiterhin starken DAX schwächelt der Automobilsektor deutlich und zeigt eine klare Underperformance. Bereits im vergangenen Jahr hatte ich bei Volkswagen vor erheblichen Risiken gewarnt („Volkswagen droht das Porsche-Szenario“), und diese Warnungen haben sich nun bestätigt. Im Folgenden schauen wir intensiv auf die charttechnische Lage bei BMW, Mercedes, Porsche und Volkswagen. Welche Risiken bestehen, welche Marken entscheidend sind und wie Anleger jetzt reagieren sollten, erläutere ich detailliert.
BMW befindet sich in einer langfristigen Seitwärtsphase zwischen etwa 65 und 115 Euro. Aktuell ist jedoch Vorsicht geboten, da die Aktie einen bullischen Fehlausbruch („Absorption“) auf der Oberseite vollzogen hat. Solche Ausbrüche locken oft Privatanleger in die falsche Richtung und werden von institutionellen Marktteilnehmern genutzt, um Gewinne mitzunehmen und Positionen abzubauen. Dementsprechend zeigt BMW aktuell Schwäche, und der Abwärtstrend bleibt intakt.
Sollte BMW die entscheidende Unterstützung bei 65 Euro nachhaltig nach unten durchbrechen, droht ein massiver Abverkauf auf zunächst 57 Euro, anschließend auf 47 Euro und im Extremfall sogar bis 36 Euro. Einzig ein sofortiger Fehlausbruch nach unten mit anschließender klarer Trendwende („bullische Absorption“) könnte hier ein positives Szenario bieten – allerdings muss diese Entwicklung unbedingt abgewartet und nicht vorweggenommen werden.
Die Aktie von Mercedes zeigt ein ähnliches Bild wie BMW: eine langfristige Seitwärtsbewegung und zuletzt eine klare Schwäche. Aktuell hält die entscheidende Unterstützung bei rund 50 Euro noch, doch falls diese Marke nachhaltig gebrochen wird, könnte eine heftige Liquidierungswelle folgen. Institutionelle Anleger haben ihre durchschnittlichen Positionierungen bei etwa 50 Euro, weshalb ein Durchbruch nach unten besonders riskant wäre.
Unterhalb von 50 Euro drohen schnelle Kursverluste auf 41 und dann sogar bis etwa 33 Euro. Die aktuell stattfindende Absorption auf der Oberseite erhöht den Druck auf die Unterstützung zusätzlich. Klar positiv wäre Mercedes erst bei nachhaltigen Kursen über 63 Euro einzustufen. Solange dies nicht geschieht, bleibt die Aktie gefährdet.
Bei Porsche zeigt sich die schwächste Entwicklung im gesamten Automobilsektor. Die Aktie hat die Value Area Low aus dem Vorjahr klar unterschritten und befindet sich in einem starken, intakten Abwärtstrend. Institutionelle Anleger verkaufen massiv, es entstehen neue Jahrestiefs und Stop-Loss-Wellen verschärfen den Abwärtstrend.
Anleger sollten keinesfalls versuchen, den Boden bei Porsche vorherzusagen („fallendes Messer“). Selbst bei zwischenzeitlichen Erholungen bleibt der Abwärtstrend intakt, und die Aktie könnte schnell weitere Tiefstände erreichen. Wichtige Widerstände liegen aktuell bei 54, 59 und 65 Euro. Erst wenn ein klarer neuer Aufwärtstrend etabliert ist, sollte ein Einstieg überhaupt erst in Erwägung gezogen werden.
Auch Volkswagen bleibt im Abwärtstrend gefangen. Ein kürzlicher Abwärtsimpuls von etwa 128 Euro auf 78 Euro (ca. 40 % Verlust innerhalb von weniger als einem Jahr) zeigt die Stärke und Dynamik des Abwärtstrends deutlich. Die jüngste Erholung ist lediglich eine Reaktion auf diesen starken Impuls und bietet aktuell keine nachhaltige Hoffnung auf einen Trendwechsel. Sollte VW die wichtige Marke bei 93 Euro erneut unterschreiten, wäre ein weiterer schneller Rückfall auf 80 Euro wahrscheinlich. Erst ein klarer Trendwechsel nach oben könnte das Bild verbessern – aktuell gibt es jedoch keinerlei Anzeichen dafür.
Im Gegensatz zu den angeschlagenen deutschen Automobilaktien zeigen US-Techwerte wie Apple oder Google stabile, gesunde Aufwärtstrends. Selbst bei Korrekturen bieten diese Aktien attraktive langfristige Einstiegsmöglichkeiten, während bei deutschen Automobilaktien aktuell klare Risiken dominieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die deutsche Automobilbranche derzeit erheblich schwächelt und stark unter Druck steht. Anleger sollten keinesfalls voreilig in die aktuell schwachen Aktien einsteigen, sondern diszipliniert auf klare Trendumkehrsignale warten. Alternativ bieten sich stabilere Werte an, um Risiken zu reduzieren und langfristig erfolgreicher zu investieren.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Dennis Gürtler.
Diese Inhalte stellen keine unabhängige Finanzanalyse dar, sondern gehören zu unserer Werbemitteilung. Folglich sind die gesetzlichen und regulatorischen Bestimmungen, die sich auf unabhängige Finanzanalysen beziehen, nicht auf diese Website und unsere Kommunikation anwendbar. Diese Inhalte (unabhängig davon, ob sie Meinungen wiedergeben oder nicht) dienen nur der allgemeinen Information und berücksichtigen Ihre persönlichen Umstände oder Ziele nicht. Die Inhalte unserer Webseite und unserer Kommunikation sind nicht als Finanzberatung, Anlageberatung oder andere verlässliche Beratung gedacht und dürfen auch nicht als solche betrachtet werden. Keine auf der Website wiedergegebene Meinung stellt eine Empfehlung seitens Pepperstone oder seitens des Autors dar, nach der eine bestimmte Anlage, Transaktion oder Anlagestrategie oder ein bestimmtes Wertpapier für eine bestimmte Person geeignet wäre.
Obwohl die in dieser Werbemitteilung enthaltenen Informationen aus Quellen, welche als verlässlich betrachtet werden können, bezogen wurden, gewährleisten weder Pepperstone noch der Autor die Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Informationen. Alle Informationen sind nur indikativ, können ohne vorherige Mitteilung abgeändert werden und können jederzeit veraltet sein. Weder Pepperstone noch der Autor übernehmen Haftung für Verluste, welche Sie entweder direkt oder indirekt durch eine Anlageentscheidung, die Sie auf Grundlage einer auf dieser Webseite enthaltenen Informationen getroffen haben, erleiden. Diese Website kann Graphiken enthalten, die frühere Wertentwicklung eines Finanzinstruments und/oder Schätzungen und Prognosen abbilden. Informationen über die frühere Wertentwicklung eines Finanzinstruments lassen keine verlässliche Schlussfolgerung auf die zukünftige Entwicklung zu.