

ASML steht weiterhin in einer schwierigen technischen Verortung. Die Aktie hatte zuvor einen massiven Impuls hinter sich, notierte weit außerhalb ihres fairen Preisbereichs und zeigt nun zunehmend Anzeichen dafür, dass eine größere Normalisierung läuft. Aus meiner Perspektive bleibt deshalb das Kursziel im Bereich um 1.070 € weiterhin relevant. Es geht dabei nicht darum, die Qualität des Unternehmens infrage zu stellen, sondern um die Frage, ob der Kurs nach dem vorherigen Exzess noch sinnvoll verortet ist. Genau dort wird die Lage kritisch: ASML war schlicht zu teuer, und diese Überdehnung wird jetzt Stück für Stück abgebaut.
Die wichtigste Struktur bleibt die Value Area, also der faire Preisbereich auf Basis von rund 70 % des gehandelten Volumens. Dieser Bereich ist für mich kein klassischer Indikator, sondern eine direkte Marktinformation. Wenn eine Aktie weit oberhalb dieser Zone handelt und anschließend wieder in den fairen Preisbereich zurückfällt, entsteht häufig ein sogenanntes Break-in-Szenario. Der Markt schafft es dann nicht, oberhalb der Value neue Akzeptanz aufzubauen, sondern wird zurück in die alte Struktur gezogen. Bei ASML deutet vieles darauf hin, dass genau dieses Szenario aktiv ist. Die Value Area Low liegt aktuell in jenem Bereich, der das Kursziel um 1.070 € weiter unterstützt.
Spannend ist, dass nicht nur eine einzelne Marke auf tiefere Kurse hinweist. Mehrere technische Perspektiven führen in denselben Bereich. Erstens zeigt die Value Area, dass ASML weiterhin überdehnt war und in Richtung fairerer Preise zurücklaufen kann. Zweitens sprechen die statistischen Volatilitätsbänder dafür, dass nach einer langen Phase an der oberen Bandbreite auch die Unterseite wieder abgearbeitet werden könnte. Drittens liegt der volumengewichtete Durchschnitt, ausgehend vom wichtigen Impulsbeginn im April 2025, ebenfalls in diesem Korrekturbereich. Wenn drei unterschiedliche Methoden ähnliche Zonen anzeigen, bekommt die Marke um 1.070 € deutlich mehr Gewicht.
Sollte ASML in Richtung 1.070 € oder sogar nahe 1.000 € laufen, dürfte die psychologische Reaktion groß sein. Gerade runde Marken werden medial schnell überhöht. Wenn eine Aktie unter 1.000 € fällt, wird daraus häufig sofort eine große Trendbruch-Erzählung gebaut. Technisch muss das aber nicht stimmen. Eine tiefe Korrektur unter frühere Ausbruchsniveaus bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte langfristige Trend zerstört ist. Im Gegenteil: In einem intakten Aufwärtstrend können solche Rückläufe sogar die besseren Chancen vorbereiten, weil sie endlich wieder einen preislichen Vorteil schaffen.

Das mögliche Infineon-Szenario ist deshalb so wichtig, weil es dieselbe Marktmechanik zeigt. Auch Infineon wurde zwischenzeitlich mit enormen Erwartungen gespielt, teilweise mit der Frage, ob hier eine Art „neues NVIDIA“ entstehen könnte. Gleichzeitig handelte die Aktie weit außerhalb ihrer statistischen Bandbreiten und deutlich über der Value Area des aktuellen Jahres. Solche Konstellationen sind gefährlich, weil sie viel Fantasie, aber wenig saubere Verortung enthalten. Am Ende folgte auch dort eine starke Korrekturbewegung. So ordne ich das aktuell bei ASML ein: Nicht die Story ist das Problem, sondern die exzessive Ausgangslage nach einem Impuls von rund 240 bis 250 %.
Besonders aufmerksam sollte man das frühere Breakout-Niveau im Bereich um 1.290 € beobachten. Wird dieses Niveau nachhaltig unterschritten, kann zusätzliche Dynamik entstehen, weil dort viele Positionen, Erwartungen und Stop-Strukturen liegen dürften. Genau solche Bereiche wirken häufig wie Schaltpunkte. Wenn sie brechen, kann der Markt schneller in Richtung tieferer Zielzonen laufen, als viele Anleger erwarten. Aus meiner Sicht bleibt deshalb das Risiko bestehen, dass ASML relativ zügig in Richtung 1.070 € fällt. Kleinere Stabilisierungspausen oder Pullbacks ändern daran nicht automatisch etwas, weil solche Zwischenbewegungen innerhalb einer laufenden Korrektur völlig normal sind.
ASML bleibt technisch anfällig. Das Break-in-Szenario läuft, die Value Area zeigt eine zu teure Ausgangslage, die Volatilitätsbänder sprechen für Normalisierung und der volumengewichtete Durchschnitt bestätigt tiefere Kursbereiche. Trotzdem ist das für mich nicht zwangsläufig ein aggressiver Short-Zwang. Korrekturen gegen den übergeordneten Trend zu handeln, kann sich zäh und psychologisch anspruchsvoll anfühlen. Deutlich interessanter wird ASML wieder auf der Unterseite, wenn Panik, mediale Skepsis und technische Bereinigung zusammenkommen. Dann können aus einem Rücklauf in Richtung 1.070 € oder tiefer wieder deutlich sauberere Long-Chancen entstehen.
Herzliche Grüße aus Berlin,
Dennis Gürtler.
Diese Information wurde von Pepperstone GmbH bereitgestellt. CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 73,9 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Diese Inhalte stellen keine unabhängige Finanzanalyse dar, sondern gehören zu unserer Werbemitteilung. Folglich sind die gesetzlichen und regulatorischen Bestimmungen, die sich auf unabhängige Finanzanalysen beziehen, nicht auf diese Website und unsere Kommunikation anwendbar. Diese Inhalte (unabhängig davon, ob sie Meinungen wiedergeben oder nicht) dienen nur der allgemeinen Information und berücksichtigen Ihre persönlichen Umstände oder Ziele nicht. Obwohl die in dieser Werbemitteilung enthaltenen Informationen aus Quellen, welche als verlässlich betrachtet werden können, bezogen wurden, gewährleisten weder Pepperstone noch der Autor die Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Informationen. Alle Informationen sind nur indikativ, können ohne vorherige Mitteilung abgeändert werden und können jederzeit veraltet sein. Weder Pepperstone noch der Autor übernehmen Haftung für Verluste. Informationen über die frühere Wertentwicklung eines Finanzinstruments lassen keine verlässliche Schlussfolgerung auf die zukünftige Entwicklung zu. Die Rendite kann infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen kann.